Wasseraufbereitung Loos sowie Erschliessung und Sanierung Quellanlagen

Das Projekt

Das Hauptleitungsnetz der WKR ist stark verästelt und erstreckt sich über eine Länge von ca. 155 km. Es stammt aus einer Zeit, da der Ringleitungsbau noch weitgehend unbekannt war.

 

Seit einiger Zeit weiss die WKR, dass sie aufgrund der Vorgaben des Lebensmittel-Inspektorats zwecks Erfüllung der stetig steigenden Qualitätsnormen sowie zur Verbesserung der Versorgungssicherheit dringenden Handlungsbedarf besteht. Zurzeit wird dem Trinkwasser nach wie vor lediglich eine Chlorbleichlauge (Javel) zur Leitungsdesinfektion beigegeben, was nicht mehr den heutigen Qualitätsanforderungen entspricht.

 

Deshalb wurde ein Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung eines Projekts beauftragt. Nach Prüfung verschiedener Varianten und Standorte hat sich die WKR für den Standort Loos in der Ortsgemeinde Holzrhode Kobelwald (Neuenalpstrasse) entschieden. Sie konnte Land im Bau-recht erwerben, um darauf die Hoch- und Tiefbauten der Wasseraufbereitungsanlage zu realisieren. Die erforderlichen Erschliessungen, Ableitungen und hydraulischen Voraussetzungen können dort erfüllt werden.

 

Mit der Aufbereitungsanlage zusammen wird ein neuer Sammelschacht (der bestehende hat Jahrgang 1961) mit separater Verwurfmöglichkeit der drei dort zusammenlaufenden Quellen erstellt. Gleichzeitig müssen rund 600 m Leitungsnetz erneuert werden.

 

Das Quellwasser wird in einer ersten Stufe über einen Zweischichtfilter geleitet. Je nach Trübung wird Flockungsmittel dazu dosiert. In einer zweiten Stufe wird das Filtrat mit Ozon versetzt, um organische Stoffe zu oxidieren. Dieser Vorgang erhöht die biologische Abbaubarkeit in der nachfolgenden Aktivkohlefilter-Stufe. Andererseits wirkt das Ozon desinfizierend und stellt sicher, dass eventuell vorhandene Bakterien und vor allem Parasiten eliminiert werden.

 

Im genannten Standortgebiet bestehen keine Abwasserleitungen. Das Rückspülwasser aus dem Sand- und Aktivkohlebehälter wird deshalb in einem Schwemmwasserbehälter gesammelt und danach gesteuert in den Bach, unterhalb der Wasseraufbereitung, geleitet. Das Projekt befindet sich in Moorschutzgebiet (Bundesinventar), weshalb dabei strenge Auflagen von Natur- und Heimatschutz zu erfüllen sind.

 

Die Hauptversammlung hat dem Projekt am 11. April 2014 zugestimmt.

 

Der Baubeginn erfolgte am 3. November 2014. Bis spätestens im Frühling 2016 sollten alle Arbeiten abgeschlossen sein.

 

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die geplanten Investitionen setzen sich wie folgt zusammen:
Neubau Wasseraufbereitung Fr. 810'000.--
Wasseraufbereitung Loos Fr. 1'198'800.--
Quellwasserreservoir Bildstein Fr. 196'749.--
Brunnenstube Bildstein Fr. 46'440.--
Leitungsbauten Fr. 610'200.--
Fahrwege und Baustellenerschliessung Fr. 43'200.--
Honorare Fr. 124'200.--
Unvorhergesehenes Fr. 129'600.--
Total Kosten Fr. 3'159'189.--
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
Total Kosten Fr. 3'159'189.--
./. Subvention Bund Fr. 772'200.--
./. Subvention Kanton Fr. 351'000.--
./. Auflösung von Rückstellungen Fr. 830'000.--
./. Eigenleistungen in Form von Arbeit und Material Fr. 500'000.--
./. Beiträge der Bezirke Appenzell, Schwende, Rüte und Schlatt-Haslen Fr. 351'000.--
Restkosten Fr. 354'989.--

 

Die Gebühren der WKR wurden im Jahr 2008 angepasst. Die geltenden Taxen sind mit denjenigen der anderen Wasserkorporationen im Kanton Appenzell Innerrhoden vergleichbar. Aufgrund des geplanten Bauprojektes wird die WKR die Grundtaxen von heute Fr. 200.-- auf Fr. 230.--, den Wasserpreis von heute Fr. 1.10/m3 auf Fr. 1.20/m3 erhöhen. Die Bezüger wurden bereits über die, allenfalls schrittweise, Anpassung von Gebühren und Taxen informiert.

 

Mit dem Bau der Wasseraufbereitungsanlage kann die WKR die geltenden Qualitäts- und Hygienevorschriften längerfristig sicherstellen. Die Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser wird dadurch für die Bezüger wieder gewährleistet sein.

 

Die Wasserkorporation ist in der Vergangenheit sehr vorausschauend und sorgsam mit ihren finanziellen Mitteln umgegangen. Das zeigen insbesondere die getätigten Rückstellungen für das vorliegende sowie für künftige Projekte. Trotzdem übersteigen die Kosten die finanziellen Möglichkeiten der Korporation. Sie ist auf die Hilfe Dritter angewiesen.

 

Eine Unterstützung dieses Projektes können wir Ihnen daher wärmstens empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 211'238.-- vermitteln.