Ein super-schmackhaftes Dankeschön

 

Am 11. Dezember 2013 hatten rund 200 Kinder und ihre Lehrpersonen des Kindergartens Blumenstrasse und der 1. bis 6. Klasse der Schule Wartegg von Goldach SG einen Weihnachtsmarkt zugunsten der Schulküche «Suppi» im Schächental UR organisiert. Rund 8'000 Franken kamen dabei zusammen. Am Montag, 16. Juni 2014, bedankte sich die «Suppi» und servierte der Goldacher Schule eine feine Suppe.

 

«Wir sind wahrscheinlich die einzige fahrbare Schulsuppenküche in der Schweiz», meinte Peter Steffen, Schulleiter der Schule Schächental, zur versammelten Schülerschar in Goldach. Er und sein Küchenteam – unter Leitung der erfahrenen Schulköchin Ruth Schuler – waren am frühen Morgen losgefahren, auf dem Anhänger eine mobile Chromstahlpfanne von der Grösse einer Sitzbadwanne. Peter Steffen hat das völlig intakte Kochgerät aus einem Zivilschutzzentrum vor der Verschrottung gerettet. Schon am Vorabend hatten die Köchinnen 30 Kilogramm Rüebli gerüstet, so dass sie jetzt in knapp eineinhalb Stunden ein Mittagessen für die 200 Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen hinzauberten.

 

«Das riecht fein...»

Schon bald zog der Duft der Suppe durchs Schulhaus, während draussen Schulleiterin Esther Marte mit Verstärkung Tische und Bänke aufstellte. Mit dem Pausengong erschienen die ersten Kinder, die neugierig an der Riesenpfanne vorbeistrichen und sich bereits ob dem feinen Duft in der Luft freuten. In einer kurzen Begrüssung erinnerte Esther Marte an die gelungene Aktion im Winter und freute sich auf das ausserordentliche Essen, das die Goldacher Kinder einmal gemeinsam einnehmen konnten – etwas, das für die Urner Kinder selbstverständlich ist. Peter Steffen, der Schächentaler Schulleiter, bedankte sich für die Unterstützung und er konnte berichten, dass die neue Schulküche bis auf ein paar Details fertig eingebaut und bereits seit einem Monat voll in Betrieb ist. Dann war es Zeit zum Essen und das ganze Team der Lehrpersonen war voll mit Schöpfen beschäftigt.

 

«Das Auge isst mit...»

Die Aktion zeigte eindrücklich, wie gut ein einfaches Mahl schmecken kann. Im Nu waren die ersten Suppenkacheln leer, Nachschub musste her. Ruth Schuler blieb während der ganzen Zeit seelenruhig und sorgte dafür, dass jede Schüssel einen Hut aus Schlagrahm und eine Verzierung aus Petersilie erhielt. «Das Auge isst mit», meinte sie, «das gilt auch für Kinder.» Diese bedankten sich, indem sie mit viel Appetit und Lust assen und voll des Lobes über das Menü waren.

 

Endlich eine zeitgemässe Küche

In der Schule Schächental hat die neue Küche mit professionellem Herd, einem Steamer und einer leistungsfähigen Spülmaschine Verbesserung und Erleichterung gebracht: Gemüse zum Beispiel kann viel schonender gekocht werden, es sind vielfältigere Menüs möglich und die Schülerinnen und Schüler brauchen weniger Zeit fürs Abwaschen – das Trocknen nimmt ihnen jetzt die Maschine ab.

 

«Gemeinschaft stärken»

Um den Prozess der Zusammenlegung mehrerer Schulstandorte zu fördern, hatte Goldach vor ein paar Jahren den Schulprogramm-Schwerpunkt «Gemeinschaft stärken» eingeführt. Unter anderem war auch der Weihnachtsmarkt aus diesem Projekt entstanden. Rückblickend kann gesagt werden, dass nicht nur die Gemeinschaft in Goldach gestärkt wurde, sondern dass gar Gemeinschaften zwischen Goldach und Schächental entstanden sind. Mehrere Schülerinnen und Schüler der Klasse von Lehrer Peter Hürlimann begannen einen Briefwechsel mit solchen aus dem Schächental und konnten sich dabei einiges über ihren jeweiligen Alltag berichten. Die Beschäftigung mit den Bergkindern ging sogar so weit, dass einige Goldacher Kinder sich erkundigten, ob jetzt die Finanzierung der «Suppi» wohl gesichert sei, oder ob sie noch zusätzlich stricken, basteln und verkaufen müssten, um noch weiter helfen zu können. Die Suppe mit dem Schlagrahm obenauf dürfte bei einigen von ihnen die Erinnerung daran, dass es in der Schweiz Gegenden gibt, in denen ganz andere Verhältnisse herrschen, noch lange aufrecht erhalten.

Das Rezept: Rüeblisuppe mit Käse und Brot für 200 Personen

30 kg Rüebli

3 kg Zwiebeln

2 kg Butter

Apfelwein

Bouillon, Curry, Pfeffer

4 lt Vollrahm

Peterli, fein gehackt

 

Die Rüebli rüsten und in Scheiben schneiden. Zwiebeln fein schneiden. In der Butter andünsten und mit Wasser ablöschen. Ca. 1 Stunde köcheln lassen. Abschmecken und anschliessend mit dem Stabmixer pürieren.

Vollrahm schlagen und jeweils 1 Löffel Schlagrahm und etwas Peterli auf jeden Suppenteller geben.

 

12 kg Brot (ist eher knapp bemessen) und 2 Laib Alpkäse (ca. 12 kg), in Stäbchen geschnitten, als Beilage.

 

En Guete!