Eine frohe Tauffeier am neu geschaffenen Spiel- und Begegnungsort in Elm

 

Ein Tauffest der besonderen Art fand am Sonntag, 5. Oktober bei der Kirche in Elm statt: Der 28 Tonnen schwere Stein, ein Sernifit, der bisher im Sernfbach gelegen hatte und seiner Form wegen als Sernfrössli bekannt war, erhielt den Namen «Martinsrössli».

 

«Gib mir einen Namen», so lautete der Aufruf, den wir in der Patenschaft-Post vom Juni veröffentlicht hatten. Darin war die Geschichte des Steins geschildert. Rund 300 Millionen Jahre alt ist er und er gehört zum UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona. Seine Form erinnert an ein Pferd, und seit Jahrzehnten trafen sich immer wieder junge Menschen dort – verliebte, bekümmerte, glückliche... Jetzt liegt der Stein bei der Kirche Elm und ist Teil des neuen Spiel- und Begegnungsortes, der Jung und Alt, Einheimische und Besucher zusammenbringen soll.

 

 

Den Aufruf versandte auch die Vereinigung Pro Elm an rund 1300 Schulen. Verbunden war er mit einem Wettbewerb, zu gewinnen gab es Tagespässe inklusive Verpflegung im Schneeparadies Elm. Rund 400 Einsendungen gab es, und die Jury ermittelte den schönsten, sinnigsten, zutreffendsten Namen. Vom Platz vor der Kirche sieht man hoch oben das sogenannte Martinsloch, ein geologisches Phänomen, dahinter liegt die Martinsmad, eine Wiese, die der heilige Martin jeweils gemäht haben soll, und ganz in der Nähe entspringt die Martinsquelle. Was gab es also näherliegendes, als dem Stein den Namen «Martinsrössli» zu geben – hatten doch nicht weniger als sechs Einsenderinnen und Einsender diesen Namen vorgeschlagen!

 

An einer schlichten, aber herzlichen Feier, geleitet von alt Ständerat Kaspar Rhyner, Präsident von Pro Elm, taufte der Pfarrer Beat Wüthrich den Stein. Selbstverständlich waren auch Gotte und Götti anwesend: Maya Ziegler aus Schwanden freute sich, dass der neu geschaffene Ort auch ein Kraftort sei und überbrachte ein Hufeisen als Glücksbringer, und Werner Blumer, Experte der Schweizer Patenschaft, überreichte seinem steinernen Göttikind eine Fotosammlung. Die Elmer sollen dem Rössli jeweils die dazupassenden Geschichten erzählen.

 

Vom ersten Moment an nahmen die Kinder den Stein in Besitz: Sie klettern und rutschen, sie sitzen und springen und zwischendurch scheinen sie ganz andächtig das Material zu spüren, und dann wird aus dem harten Stein ein Tresor voller Geschichten. Wir wünschen Elm viele interessante Begegnungen. Dank dem grosszügigen Engagement von Gönnerinnen und Gönnern konnten wir 57'000 Franken an das Projekt beitragen.