"Sur En" – ein feines Brot mit Patenschaft-Label

 

Die Bäckerei JOWA lanciert ein Brot mit Patenschaft-Label aus der uralten Getreidesorte Sur En. Das Brot ist seit Ende Februar in den Migros-Filialen der Genossenschaft Ostschweiz erhältlich. Seit Ende März wird es auch in den Filialen der Genossenschaft Zürich verkauft.

 

Ein Brot, gebacken mit dem Mehl einer raren Getreidesorte aus dem Unterengadin und mit dem Logo der Patenschaft auf dem Papiersack – die geschmackvolle und appetitanregende Aktion der JOWA zeigt den Konsumenten im Unterland, dass die Berglandwirtschaft auch im Ackerbau hervorragende Produkte liefern kann.

 

"Sur En": ursprüngliche Weizensorte

Die Weizensorte "Sur En" hat eine bewegte Geschichte. Sie hat ihren Ursprung im gleichnamigen Dorf im Unterengadin. Vor rund hundert Jahren wurde dort viel Ackerbau betrieben – die terrassierten Hänge zeugen noch heute davon. Der Weizen wurde auch bis weit hinab im Rheintal angebaut. Im letzten Jahrhundert verschwand die Sorte aber von den Äckern, die Sortenvielfalt nahm generell ab. In den letzten Jahren fand eine Rückbesinnung zur Biodiversität statt. In diesem Rahmen besann man sich auch der Sorte "Sur En" und konnte glücklicherweise auf das Saatgutlager im norwegischen Spitzbergen zurückgreifen. Dort wird im ewigen Eis zur Erhaltung der genetischen Vielfalt eine gigantische Pflanzensamenbank gelagert. Aus den wenigen vorhandenen Samen wurde in Zusammenarbeit mit IP Suisse, der Getreideforschung in Delley (DSP) und dem landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof in Landquart das neue Saatgut rekultiviert. Es brauchte fünf Jahre, bis man genügend Getreide hatte, um das Brot für die ganze Ostschweiz zu backen.

 

100 Tonnen Mehl

Heute bauen 24 Landwirte im Kanton Graubünden auf rund 40 Hektaren die Getreidesorte "Sur En" an. Daraus entstehen pro Jahr 100 Tonnen "Sur En"-Mehl, die die JOWA verbackt. "Wir engagieren uns vom Korn bis zum fertigen Brot. Die JOWA-Brote werden in der Schweiz hergestellt, mit Schweizer Rohstoffen – und Getreide ist unser wichtigstes Gut. Hier möchten wir ein Zeichen setzen. Die Erhaltung seltener Sorten ist eine wichtige Grundlage für die Biodiversität und deren Kultivierung gibt der Berglandwirtschaft einen wirtschaftlichen Impuls. Dass sich unser Interesse mit der Tätigkeit der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden deckt, hat uns bei der Lancierung des neuen Brotes bestärkt und wir sind stolz, die Berglandwirtschaft mit dieser Aktion unterstützen zu können", so Christian Städeli, Leiter Getreidetechnologie der JOWA.

 

Wir bedanken uns bei der JOWA für dieses Engagement und empfehlen Ihnen das "Sur En" bestens – geniessen Sie ein Stück Brot mit dem Gedanken daran, dass damit eine wertvolle Getreidesorte wiederbelebt wurde und die Bauernfamilien nicht nur einen Beitrag an die Vielfalt der Natur leisten, sondern auch einen wichtigen Zusatzerwerb erhalten.