Gesamtmelioration Sur, Folgeetappen

Das Projekt

14 Betriebe bewirtschaften die landwirtschaftliche Nutzfläche im Beizugsgebiet von 389 ha. Es handelt sich dabei um 12 Haupterwerbs- und 2 Nebenerwerbsbetriebe. Davon haben 3 Haupterwerbsbetriebe und 1 Nebenerwerbsbetrieb, die Schaf- und Rinderhaltung betreiben, ihr Bewirtschaftungszentrum im Beizungsgebiet.

 

Das Beizugsgebiet liegt im Perimeter des Naturparks Ela. Die heutige Nutzung im Bearbeitungsgebiet der Gesamtmelioration Sur ist durch Graswirtschaft geprägt. Die verschiedenen Höhenstufen werden in Form der klassischen Drei-Stufen-Bewirtschaftung genutzt. Es umfasst intensiv genutzte Kulturland im Umfang von 161 ha, namentlich die Heimwiesen und Heimweiden sowie die landwirtschaftliche Nutzfläche der Alp Flix. Mit Ausnahme kleinerer Waldstücke im Kulturland wird der Wald nicht einbezogen.

 

Das Projekt sieht vor, die Parzellenzahl von 1'100 auf 500 zu reduzieren, was einer durchschnittlichen Parzellengrösse von 0.78 ha/Parzelle und 1.9 Parzellen/Eigentümer entspricht.

 

Die landwirtschaftlichen Erschliessungsstrassen genügen den heutigen land-, alp- und forstwirtschaftlichen Ansprüchen nicht. Neben den bestehenden Strassen existiert keine eigentliche Feinerschliessung. Viele Parzellen können sehr schlecht erreicht werden. Es müssen 7.3 km bestehende Wege ausgebaut und 5.1 Kilometer mit neuer Linienführung erstellt werden.

 

Folgende Massnahmen sollen umgesetzt werden:

 

a) Massnahmen zur Verbesserung der Landwirtschaft

  • Güterzusammenlegung mit Einbezug des Pachtlandes
  • Aus- und Neubau des Güterstrassennetzes mit besonderer Beachtung der Zufahrt zur Alp Flix für eine nachhaltige, standortgerechte Bewirtschaftung der Kulturböden
  • Bereitstellung des erforderlichen Bodens für die Meliorationswerke durch allgemeinen Abzug
  • Reduktion des Gefahrenpotenzials für die Benützung der Infrastruktur

b) Massnahmen für Natur- und Landschaftsschutz

  • Umsetzung des Vernetzungskonzeptes
  • Sicherung ökologisch wertvoller Elemente durch Neuzuteilung, durch das Errichten von Dienstbarkeitsverträgen zugunsten des Kantons und durch den Abschluss von Bewirtschaf-tungsverträgen
  • Einbezug einer Umweltbaubegleitung in besonders sensiblen Gebieten
  • Laufende Überprüfung der Zielerreichung und Aktualisierung der Ökobilanzierung
  • Verwendung natürlicher Materialien bei Kunstbauten
  • Sorgfältige Abwägung zwischen Notwendigkeit und Schädigung eines Eingriffes bei jedem einzelnen Konfliktpunkt und Wahl der entsprechenden Massnahmen
  • Erschliessung von Land, das sonst nicht mehr genutzt würde und an Biodiversität einbüssen müsste

c) Massnahmen zur Umsetzung der raumplanerischen Vorgaben

  • Vernetzungskonzept und Kartierung bilden eine Grundlage für die Anpassung der geltenden Ortsplanung
  • Festlegung von standortgerechten Nutzungsarten führt zur Konfliktreduktion zwischen Land-wirtschafts-, Naturschutz- und Bauzonen
  • Mit der Entwicklung der Gemeinde Sur mit seinem Kleinod Alp Flix sind vielfältige Ansprüche ökologischer, touristischer, landwirtschaftlicher und sozioökonomischer Art verbunden. Inmitten dieser Ansprüche hat sich die Gesamtmelioration zu positionieren. Es liegt auf der Hand, dass die ökologischen Anforderungen dabei einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Anderseits muss es gelingen, die landwirtschaftlichen Zielsetzungen in Bezug auf eine nachhaltige Bewirtschaftung und ein erfolgreiches, ökonomisch ausgewogenes Weiterbestehen der Betriebe umzusetzen.

Am 12. Dezember 2008 wurde das Projekt und der Kredit an der Versammlung der ehemaligen Gemeinde Sur bewilligt.

 

Das Projekt wird etappenweise ausgeführt. Per Ende 2015 sind Arbeiten (Etappen 1 - 7) mit einer Kostenfolge von über 5 Mio. Franken ausgeführt worden. An diese Etappen hat die Schweizer Pa-tenschaft für Berggemeinden einen Beitrag von Fr. 120'000.-- geleistet. Im Jahr 2019 ist der Aus-bau der Güterstrasse Nr. 16 (Tgaculas - Tigias) mit einer Länge von 800 m im Rahmen der 11. Etappe vorgesehen.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Kostenzusammenstellung sehen die Kosten wie folgt aus:
Planerische und vermessungstechnische Arbeiten Fr. 940'000.--
Kulturtechnische Baumassnahmen Fr. 8'620'000.--
Gesamtkosten Fr. 9'560'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 9'560'000.--
./. Bundessubvention 50 % auf Fr. 9'100'000.-- Fr. 4'550'000.--
./. Kantonssubvention 35 % auf Fr. 9'100'000.-- Fr. 3'185'000.--
./. Beitrag aus Finanzausgleich 40% von Fr. 1'265'000.-- Fr. 506'000.--
./. Grundeigentümerbeiträge* Fr. 762'000.--
./. Beitrag der Schweizer Patenschaft Fr. 120'000.--
Restkosten Fr. 437'000.--

* Die definitiven Grundeigentümerbeiträge liegen erst nach der Umsetzung der Gesamtmelioration und nach Vorliegen des definitiven Kostenverteilers vor. Die Gemeinde Surses geht jedoch davon aus, dass die Zahlen dem Gemeinderatsbeschluss vom 12. Dezember 2008 gemäss nach wie vor Gültigkeit haben.

 

Wesentliche Verbesserungen der Betriebsstrukturen in den Landwirtschaftsbetrieben in der Region konnten in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt werden. Um die Funktion- und Existenzfähigkeit der Landwirtschaft in Sur auch für zukünftige Generationen zu erhalten, müssen nun die Lücken im Erschliessungsnetz im Rahmen der Gesamtmelioration geschlossen werden.

 

Das Projekt dient der sicheren Bewirtschaftung einer erhaltenswerten Landschaft und damit der Existenzsicherung für die ansässige Bevölkerung.

 

Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Hilfeleistung wärmstens ans Herz legen.

 

An das Projekt konnten wir bereits Spenden in der Höhe von Fr. 164'000.-- vermitteln.