Bau eines Begegnungs- und Gemeinschaftsraums

Das Projekt

Das ehemalige Bürgerheim wurde bis 2008 als Altersheim genutzt. Das überalterte Gebäude vermochte jedoch den Anforderungen eines zeitgemässen Altersheims nicht mehr gerecht zu werden. Die Lage ausserhalb des Dorfes und die mangelhafte Infrastruktur waren die Gründe für eine schlechte Belegung und dadurch einen nicht kostendeckenden Betrieb. Ein Neubau eines Alters- und Pflegeheims ist für Seelisberg aus Kostengründen jedoch nicht realisierbar.

 

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurde versucht, für das Thema Wohnen im Alter eine Lösung zu finden. Durch die Streusiedlungsform des Dorfes und das mangelnde Angebot von Kleinwohnungen in den Dorfzentren stellt sich die Frage des Wegzugs oft auch schon beim Verlust der Mobilität. Zum heutigen Zeitpunkt können in einer solchen Situation nur Alterswohnungen und Alters- oder Pflegeheimplätze im Talboden von Uri oder vereinzelt im Kanton Nidwalden in Anspruch genommen werden. Ein Wegzug in ein Urner Heim und die verlorene Mobilität oder stärkere Pflegebedürftigkeit bedeutet daher auch eine Entwurzelung aus dem sozialen Umfeld.

 

2010 hat sich eine Arbeitsgruppe dem Thema Wohnen im Alter angenommen. Aus dieser ist im Herbst 2011 die Stiftung Wohnen in Seelisberg entstanden. Der Stiftungsrat hat eine Befragung bei der Zielgruppe durchgeführt sowie verschiedenen Abklärungen für Standorte in den Dorfzentren getätigt.

 

Nach vielen Abklärungen und Verhandlungen zeigte sich, dass der Standort des Restaurants Alpenblick ideal ist für das beabsichtigte Wohngebäude, denn es befindet sich im Kern des Oberdorfes und nur wenige Meter vom Dorfplatz entfernt sowie in Gehdistanz zur Bushaltestelle. Ausserdem sind Einrichtungen des täglichen Bedarfs wie Einkauf, Bank und Post wie auch das Naherholungsgebiet Tannwald in der Nähe. Die zentrale Lage ermöglicht, dem Bedürfnis nach einem halböffentlichen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss nachzukommen.

 

Das neue Gebäude bietet fünf 2.5-Zimmerwohnungen, zwei 3.5-Zimmerwohnungen und einen halböffentlichen Gemeinschaftsraum. Jede Wohnung verfügt über einen gedeckten Balkon oder Gartensitzplatz. Zudem steht je ein Abstellraum im ersten Obergeschoss oder im Dachgeschoss zur Verfügung. Sämtliche Wohnungen sind rollstuhlgängig erschlossen und altersgerecht ausgestaltet.

 

Die Gesamtkosten vom Projekt belaufen sich auf Fr. 3'385'000.-- inkl. Gemeinschaftsraum. Der Anteil der Alterswohnungen konnte durch Beiträge der Gemeinde, der Korporation Uri, Spenden und Darlehen von Mieter und Stiftungen sowie durch ein Bankdarlehen finanziert werden.

 

Die Patenschaft unterstützt nur den halböffentlichen Gemeinschaftsraum, welcher ohne Hilfe Dritter nicht gebaut werden kann.

 

Halböffentlicher Gemeinschaftsraum

 

Wesentliche Elemente des Gebäudes bilden neben den privaten Wohnungen gemeinschaftliche Räume für gemeinsamen Zeitvertrieb, spontane Begegnungen oder Anlässe. Ein im Erdgeschoss neben dem Hauseingang angeordneter, 68 m2 grosser halböffentlicher Gemeinschaftsraum bildet den Kern dieser Räumlichkeiten. Durch die strassenseitige Orientierung im Erdgeschoss, eine gute Einsichtigkeit und einen erhöhten Vorplatz im Aussenraum soll hier eine Kontaktplattform für die Bewohnerschaft und die Bevölkerung entstehen. Ausgestattet mit einer Kleinküche und Nasszellen, soll der Raum für private und öffentliche Anlässe genutzt oder gemietet werden können.

 

Mit dem Gemeinschaftsraum wird eine Begegnungszone geschaffen, die einerseits die Begegnung und den Austausch zwischen Jung und Alt aktiv fördern soll. Andererseits soll der Gemeinschaftsraum auch eine Plattform schaffen für gemeinsame Aktivitäten, ein Podium sein für angeregte Diskussionen, eine Bühne für kleinere kulturelle Anlässe, oder einfach ein Raum sein, wo Freude, Austausch und gegenseitige Wahrnehmung ihren Platz haben sollen.

 

Der Stiftungsrat hat die Ausführung des Projekts an seiner Sitzung vom 30. November 2015 beschlossen.

 

Die Abbrucharbeiten sind erfolgt. Der effektive Bau startet am 16. November 2016 mit dem Aushub. Bis im Februar 2018 sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden.

Kosten und Finanzierung

 

Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen Fr. 3'385'000.--.

 

Die Kosten für den Anteil des halböffentlichen Gemeinschaftsraums an diesem Vorhaben sehen wie folgt aus:

Anteil Rohbaukosten, Schreinerarbeiten, Eingangstüren, Fensterfront Fr. 47'000.--
Gipserarbeiten, Plattenboden, Sanitäranlagen, Elektroinstallationen, Garderobe, Küche, Innentüren Fr. 73'500.--
Ausstattung und Einrichtung Fr. 38'500.--
Optionale Lüftungsanlage und Akustikdecke Fr. 15'000.--
Total Kosten Gemeinschaftsraum Fr. 174'000.--

Für die Gäste ist der Aufenthalt in den Alterswohnungen der letzte Lebensabschnitt. Die geplanten Wohnungen im Dorf bedeuten aber den Anschluss ans Leben. Die zentrale Lage erlaubt es den Bewohnern, am Dorfleben weiterhin aktiv teilzunehmen und die wichtigen sozialen Kontakte mit der Familie, den Nachbarn, dem Jassclub usw. zu pflegen und an kulturellen Anlässen dabei zu sein. Nicht selten sind es Menschen, die zeitlebens ihrem Dorf und der gewohnten dörflichen Umgebung treu geblieben sind und sich ihren Lebensabend nur schwer an einem fremden Ort vorstellen können.

 

Es handelt sich um ein sinnvolles und mit viel Herzlichkeit, aber dennoch professionell geplantes Projekt, das unsere Unterstützung verdient. Die Stiftung hofft, mit diesem Gemeinschaftsraum einen Beitrag zu leisten und eine Möglichkeit zu schaffen für eine spannende gesellschaftliche Entwicklung von Seelisberg.

 

Wir können Ihnen eine Unterstützung dieses Projekts daher sehr empfehlen.

 

Bisher konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 147'790.-- in Empfang nehmen.