Lawinenverbauungen Giumella

Das Projekt

Die Lawinenereignisse bei Giumella reichen weit zurück und forderten Menschenleben und erhebliche Sachschäden. In den Ereignissen 1812 und 1888 waren nachweislich Todesopfer zu beklagen. Gefährdet sind 12 Häuser und die Kantonsstrasse. Es gibt deshalb Handlungsbedarf. Im Projekt werden Schneebrücken mit einer Länge von 720 m, Schneenetze mit einer Länge von 540 m, Zäune und ein Ablenkdamm von 60 m geplant.

 

Weil es sich beim vorliegenden Gesuch aus mehreren Gründen (technisch anspruchsvoll) um ein besonders aufwendiges Projekt handelt, werden die Abgeltungen an dieses Projekt gestützt auf Artikel 36 Absatz 2 der Verordnung vom 30. November 1992 über den Wald (WaV, SR 921.01) einzeln gewährt.

 

Das Projekt erfüllt sämtliche Projektanforderungen gemäss Artikel 19 und 35 WaG, insbesondere werden für die Massnahmen möglichst naturnahe Methoden angewendet, und sie werden fachkundig und wirtschaftlich durchgeführt.

 

Der Bund unterstützt Projekte, die einen Nutzen/Kosten-Faktor > 1 aufweisen. Beim vorliegenden Projekt wurde ein Nutzen/Kosten-Faktor von 1.7 ausgewiesen. Die wirtschaftlichen Anforderungen werden somit erfüllt.

 

Für Mehrleistungen können maximal bis zu 10 % zusätzliche Bundesbeiträge ausgerichtet werden. Da alle Kriterien für die Umsetzung der planerischen und organisatorischen Mass-nahmen des integralen Risikomanagements, der partizipativen Planung und der technischen Aspekte erfüllt werden, wird eine Mehrleistung von 10 % an Bundesgeldern ausgerichtet.

 

An der Gemeindeversammlung vom 26. August 2016 wurde der Ausführung des Projektes zugestimmt.

 

Die Arbeiten sollen im Juni 2017 in Angriff genommen werden, und deren Abschluss ist im Jahre 2022 geplant.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten sehen gemäss Zusammenstellung wie folgt aus:
Schneebrücken mit einer Länge von 720 m Fr. 2'008'500.--
Schneenetze mit einer Länge von 540 m Fr. 1'761'900.--
Zäune mit einer Länge von 220 m Fr. 285'000.--
Ablenkdamm von 60 m Fr. 304'300.--
Diverse Arbeiten Fr. 45'000.--
Projekt und Bauleitungskosten Fr. 523'200.--
Unvorhergesehenes Fr. 436'000.--
Mehrwertsteuer Fr. 429'100.--
Aufrundung Fr. 7'000.--
Gesamtkosten Fr. 5'800'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 5'800'000.--
./. Subvention Bund 45 % Fr. 2'610'000.--
./. Subvention Kanton 32 % Fr. 1'856'000.--
./. Beitrag Ufficio tecnico, Interessenz Kantonsstrasse* Fr. 200'000.--
Restkosten Fr. 1'134'000.--

* die definitive Beitragszusicherung liegt noch nicht vor.

 

Mit den Naturgefahren kann eine Gesellschaft nur sinnvoll umgehen, wenn sie die Gefahren wirklich kennt, sie sachlich beurteilt, vorbeugende Massnahmen rechtzeitig ergreift und im Notfall rasch und richtig reagiert. Verschiedene Schlüsselereignisse sowie die allgemeine Sensibilisierung im Umweltbereich haben dazu beigetragen, dass in der Schweiz die Schutzstrategien auf eine ganzheitliche und nachhaltige Basis gestellt wurden.

 

Der Umgang mit den Gefahren der Natur erfordert deshalb ein integrales Risikomanagement, das bauliche, biologische, planerische und organisatorische Massnahmen sowie Versicherungsschutz kombiniert. Durch bauliche und biologische Massnahmen kann in erster Linie das Gefahrenpotenzial gemindert werden.

 

Das nach sorgfältigen Abklärungen ausgearbeitete Projekt entspricht den erwähnten Kriterien und ist eine absolute Notwendigkeit. Mit dieser Lawinenverbauung will die Gemeinde Rossa ihrer Verantwortung nachkommen, indem sie die Gefährdung für die Einwohner auf ein möglichst geringes Restrisiko reduziert.

 

Die Gemeinde Rossa hat schon ohne dieses kostenintensive Projekt grosse Mühe, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Eine Unterstützung an dieses wichtige Vorhaben möchten wir Ihnen sehr empfehlen.

 

Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 55'100.-- vermitteln.