Hochwasserschutz Tschingelbach

Das Projekt

Der Tschingelbach entspringt auf ca. 2'500 m.ü.M. und mündet bei Niedergampel in den Rotten (Rhone). Immer wieder führt er Hochwasser mit viel Geschiebe und richtet damit Schäden in Niedergampel, dem Weiler Burketen und an der Kantonsstrasse Gampel - Niedergampel an, das letzte Mal am 14. und 15. Oktober 2000. Daraufhin hat die Gemeinde Gampel ein Hochwasserschutzprojekt ausgearbeitet.

 

Das Einzugsgebiet erstreckt sich auf über 7 km2, davon sind 30 % bewaldet. Die Festgesteine im oberen und im untersten Teil des Einzugsgebietes des Tschingelbaches bestehen aus kristallinen Gesteinen (Gneiss, Glimmerschiefer, Phyllite) des Altkristallins des Aar-Massivs. Etwa 1/3 der Einzugsfläche ist aus diesen Gesteinen aufgebaut.

 

Der mittlere und untere Teil des Einzugsgebietes besteht aus Sedimentgesteinen (Kalke, Mergel, Tonschiefer, Sandsteine, Dolomite) und Quarziten des Mesozoikums (Trias, Jura, Kreide). Etwa 2/3 der Einzugsfläche ist aus diesen Gesteinen aufgebaut.

 

Ein HQ30 (ein Hochwasser, welches im Durchschnitt pro 30 Jahre einmal auftritt) bringt 7 m3/sec Wasser mit 2'500 m3 Geschiebe.

Ein HQ100 bringt 10 m3/sec mit 4'000 m3 Geschiebe.

Ein HQ300 bringt 12 m3/sec mit 5’500 m3 Geschiebe.

Gemäss den Vorgaben des Bundes ist für geschlossene Siedlungen wie Niedergampel ein vollständiger Schutz vor einem HQ100 anzustreben.

 

Nach dem Gefahrenstudium, Varianten und Versuche im Wasserbaulabor der ETH Lausanne, sind nun folgende bauliche Massnahmen projektiert:

 

  • 3 Geschieberückhaltebecken mit total 3'800 m3 Inhalt am Ausgang der Felsenschlucht (Kegelhals) unmittelbar oberhalb von Niedergampel (im Überlastfall, d.h. wenn mehr als ein HQ100 kommen sollte, überläuft der Tschingelbach geordnet nach Osten bis zum Grosse Grabu, und nicht ins Dorf hinein)
  • Erhöhung der beidseitigen Ufermauern um 50 cm in der Rottenebene zwischen Niedergampel und dem Rotten auf einer Länge 270 m
  • ein viertes Geschiebebecken mit 8'000 m3 Auffangkapazität in der Rottenebene (kommt zum Zuge, wenn die oberen 3 nicht ausreichen)
  • bergseitige Verschalung der Tschingelbachbrücke der Kantonsstrasse Gampel – Niedergampel um 1 m (damit kann der Durchfluss unter der Brücke erhöht werden und man erspart sich einen höheren Neubau der Brücke)

An der Urversammlung vom 12. Juni 2017 wurde der entsprechende Kredit genehmigt.

 

Die Bauarbeiten wird man voraussichtlich im Laufe des Jahres 2018 aufnehmen. Man rechnet damit, dass die Arbeiten bis ins Jahr 2025 andauern werden.

 

Kosten und Finanzierung

Gemäss Kostenvoranschlag sehen die Kosten wie folgt aus:
Massnahmen am Kegelhals (oben am Dorf)
Geschieberückhalt und Gerinne bis Kantonsstrasse Fr. 2'770'000.--
Ablagerungsraum in der Ebene Fr. 2'275'000.--
Ausweitung vor Rhonemündung Fr. 1'140'000.--
Massnahmen im Einzugsgebiet Fr. 220'000.--
Unvorhergesehenes Fr. 640'685.--
Landerwerb, Expropriation Fr. 800'000.--
Projekt und Bauleitung Fr. 800'625.--
Modellversuch ETH Lausanne Fr. 150'000.--
Mehrwertsteuer Fr. 703'690.--
Gesamtkosten Fr. 9'500'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 9'500'000.--
./. Subvention Bund 35 % Fr. 3'325'000.--
./. Subvention Kanton 50 % Fr. 4'750'000.--
./. Beitrag der Mobiliar Versicherung Fr. 100'000.--
Zu finanzierende Restkosten Fr. 1'325'000.--

Die geplanten Massnahmen werden vom Kanton wegen der heutigen Gefahrensituation und des Umwelt-Verbesserungspotentials des Gewässers als besonders bedeutend anerkannt. Der Subventionssatz für dieses Projekt beträgt 65 %. Es wurden aber noch zusätzliche Subventionen gesprochen:

 

Die Kriterien für den partizipativen Planungsprozess sind erfüllt. Deshalb erhält die Gemeinde eine zusätzliche Subvention von 5 %.

 

Das Kriterium, dass einige Schutzmassnahmen auch dem Schutz vor anderen Naturrisiken die-nen, kann hier eventuell auch als erfüllt beurteilt werden und, wenn dies effektiv so ist, kann dafür noch eine zusätzliche Subvention von 5 % gewährt werden.

 

Die Kriterien zur Erreichung besonderer ökologischer Ziele sind ebenfalls erfüllt, so dass eine weitere zusätzliche Subvention von 10 % gewährt worden ist.

 

Die Hochwasserschutzmassnahmen am Tschingel haben zum Ziel, das bei Hochwasserereignissen anfallende Geschiebe abzulagern und damit den Reinwasserabfluss in den Rotten sicherzustellen und die Überflutung des besiedelten Gebietes zu verhindern.

 

Der Hochwasserschutz wird immer wichtiger, die Klimaveränderungen stellen uns alle vor neue Herausforderungen. Die Gemeinde Gampel-Bratsch wird viele Jahre mit den Bauarbeiten am Tschingelbach beschäftigt sein, und die Kosten werden die Gemeinde stark belasten. In den kommenden Jahren stehen zudem der Hochwasserschutz Lonza, die Sanierung der Trink- und Abwasserversorgung und der Ausbau der Schulhäuser an. Grosse Aufgaben für eine kleine Berggemeinde. Damit sie ihren Verpflichtungen weiterhin nachkommen kann, ist sie auf die Hilfe Dritter angewiesen.

 

Wir können Ihnen deshalb eine Hilfeleistung dieses wichtigen Projektes sehr empfehlen.

 

Für dieses Projekt konnten wir bereits Spenden von Fr. 321'030.-- vermitteln.