Lehrlingslager der Wiederkehr-Gruppe auf der Alp Vorderdurnachtal

 

Das Thema Lernendenlager macht Schule – an dieser Stelle geht es bereits um einen weiteren Einsatz von jungen Menschen zugunsten des Berggebiets: Eine Woche lang arbeiteten 16 Auszubildende der Unternehmungen der Wiederkehr-Gruppe für die Alp Vorderdurnachtal (GL) und sanierten dort den Käsekeller und die Kanalisation.

 

An einem regnerischen Oktobermontag beladen 11 junge Menschen in aller Herrgottsfrühe in Dietikon zwei Firmenbusse mit ihrem Gepäck und fahren nach Linthal im Kanton Glarus. Gleichzeitig machen sich auch die Lernenden der Schwarzenbach Gerüstbau per Zug auf den Weg ins Glarnerland. «Was für ein Schock! An unserem Ziel angekommen, überraschte uns das Wetter negativ mit Schnee!», so lautet ihr erster Bericht. Die Jugendlichen sind Lernende bei den Unternehmungen der Wiederkehr-Gruppe, und ihr Ziel ist ein einwöchiger Einsatz auf der Alp Vorderdurnachtal. Der nächste Schock folgt sogleich: «Manche Gesichter verzogen sich, als bekannt gegeben wurde, dass das Lagerhaus nur im Esszimmer zwei Steckdosen hat und diese am ersten Tag nicht benutzt werden können. Die Laune aller Lernenden war im Keller.» Nur vier Tage später aber vermelden sie: «Man kann laut sagen: Es war ein erfolgreiches Lager und hat die Lernenden zusammengeschweisst. Ein grosses Dankeschön geht an Herrn Josef Wiederkehr. Er ermöglicht uns, jedes Jahr an einem anderen Ort ein erlebnisreiches Lehrlingslager zu verbringen.» Was war in der Zwischenzeit geschehen?

 

Der Schnee begann zu schmelzen, die Solarzellen luden die Batterien, der Holzofen wärmte und aus der Küche kam regelmässig feines Essen. Am zweiten Tag schon konnten die Lehrlinge unter Anleitung des erfahrenen Poliers Carlo Catania die Arbeit in Angriff nehmen. Eine Gruppe übernahm den Käsekeller: Sie befreite zuerst das Mauerwerk von losem Material, um dann einen neuen Verputz aufzutragen. Anschliessend betonierten die angehenden Baufachleute eine neue, solide Platte im Eingangsbereich. Die zweite Gruppe installierte in der Alphütte, die der Käseproduktion dient, ein Trennsystem für die Kanalisation. Dieses leitet Schmutzwasser in das neue Güllenloch und das saubere Wasser in den naheliegenden Bach. Die dritte Gruppe, die drei Mädchen im Bund, unterstützten Marc Busse, der für die ganze Gruppe kochte, und sorgten dafür, dass niemand Hunger und Durst leiden musste. Daneben bildeten sie das Redaktionsteam, das laufend den Arbeitsfortschritt und die verschiedenen Stimmungshöhen und -tiefen in Wort und Bild dokumentierte.

 

Die jungen Leute gewöhnten sich schnell an die einfachen Verhältnisse. Sie lernten nicht nur zu improvisieren, sondern auch mit wenig Strom auszukommen. Die Abende verbrachten sie mit Schwatzen, Lachen, Spielen und ab und zu auch einer Schneeballschlacht. Allerdings sorgten die strengen Arbeitstage auch dafür, dass sich alle auf den Schlaf freuten, wie das Redaktionsteam in seinem Bericht festhält: «Hoch zufrieden, dank dem schönen Wetter, gingen gegen Mitternacht alle Lichter aus und es war Nachtruhe.» Als dann Josef Wiederkehr, CEO der Unternehmung, am vorletzten Tag das Lager besuchte, um sich selbst ein Bild von der Arbeit seiner Schützlinge zu machen, konnte er befriedigt resümieren: «Das Konzept des Lehrlingslagers ist ein grosser Erfolg, denn die Lehrlinge erfahren, dass man etwas Grossartiges auf die Beine stellen kann, wenn man Einsatz zeigt und bereit ist, hart zu arbeiten. Wichtig ist dabei, dass Maurer-, Polybauer- und KV-Lernende zusammenarbeiten und einander helfen. Ferner lernen sie auch ganz andere Lebensumstände kennen. » So trafen sich zwei sehr unterschiedliche Gemeinschaften – die der Lernenden der Wiederkehr-Gruppe und die der Alpwirtschaft im Vorderdurnachtal – und sie haben ein Werk vollbracht, das allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben wird.