Solidarität zwischen Berg und Tal

 

Der Solidaritätsgedanke zwischen Berg und Tal führte 1940 zur Gründung der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden und begleitet ihr tägliches Wirken seither wie ein roter Faden. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Gefälle zwischen wohlhabenden und wirtschaftlich benachteiligten Regionen unseres Landes abzubauen und durch projektbezogene Hilfe an finanzschwache Gemeinden, Genossenschaften, Korporationen usw. mitzuhelfen, dass die Bergregionen bewohnbar, bewirtschaftet und gepflegt bleiben.

 

Dank der grossen Solidarität des Schweizervolkes können laufend Gesuche von Berggemeinden aus folgenden Bereichen mitunterstützt werden:

 

Ein Dorf ohne Kinder ist wie eine Frühlingswiese ohne Blumen

Insbesondere die letzten beiden Punkte verdienen in den Berggebieten grosse Aufmerksamkeit. Um sicherzustellen, dass unser Alpenraum weiterhin gepflegt und genutzt wird, muss alles daran gesetzt werden, dass die junge Generation ihre Heimat nicht verlässt. Auch Bergkinder haben Wünsche und Träume, ebenso wie die Kinder aus dem Unterland. Alle erhoffen sich eine aktive und sorgenfreie Zukunft.

 

Was es dazu braucht? Wohl vor allem einmal die Chance, eigene Talente entwickeln zu können und eine eigenständige Persönlichkeit zu erlangen. Dazu gehören eine gute Schulbildung und die Aussicht auf einen soliden Arbeitsplatz in der Region.

 

Deshalb ist für die Bergjugend ein breites Bildungsangebot in der eigenen Region unverzichtbar. Wenn es gelingt, auch höhere Lehranstalten in den Talschaften zu halten bzw. dorthin zu bringen, dann werden sich vermehrt auch kleinere und mittlere Unternehmen für gut qualifizierte Arbeitskräfte interessieren, im Alpenraum bleiben oder sich für diese Standorte entscheiden. Denn nicht zuletzt motiviert die Ansiedlung zukunftsträchtiger Fachschulen auch die Unternehmer bei der Standortwahl.

Wohin fliesst das Geld?

Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden vermittelt bedürftigen Bergkörperschaften finanzstarke Gemeinden und Gönner aus dem Unterland. Der Spender hat jederzeit die Möglichkeit, ein ihm entsprechendes Projekt für eine Unterstützung auszuwählen. Dabei entstehen nicht selten längerfristige Patenschaften. Andererseits leistet die Patenschaft projektbezogene Direkthilfe aus Mitteln ihrer jährlichen Sammelaktion und Erbschaften.

Wie arbeitet sie heute?

Jedes Jahr bearbeitet die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden rund 400 Gesuche, die von Gemeinden und öffentlich-rechtlichen Körperschaften eingehen. Anhand eines Fragebogens, von Projektunterlagen, Finanzierungsunterlagen, der Ortschronik usw. wird in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Kantonen, Gemeinden und zielverwandten Organisationen ein objektives Bild über die Finanzlage der Gesuchsteller, die Subventionsmöglichkeiten und die Unterstützungswürdigkeit der Projekte erarbeitet. Die ins Auge gefassten Projekte werden von Fachleuten des Vorstandes und von freien Experten an Ort und Stelle geprüft. Erst wenn alle für einen sachgerechten Entscheid wichtigen Unterlagen zusammengetragen sind, wird über eine Hilfe entschieden.